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Walpurgisnacht
Datum und Hintergrundinfos

Walpurgisnacht 2009: Donnerstag, den 30.4.2009
Walpurgisnacht 2010: Freitag, den 30.4.2010
Walpurgisnacht 2011: Samstag, den 30.4.2011
Walpurgisnacht 2012: Montag, den 30.4.2012
Walpurgisnacht 2013: Dienstag, den 30.4.2013
Walpurgisnacht 2014: Mittwoch, den 30.4.2014

Walpurgisnacht ist kein gesetzlicher Feiertag in Deutschland.
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Walpurgisnacht

Die Walpurgisnacht wird in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai gefeiert. Es handelt sich dabei um ein traditionsreiches Fest mit europäischen Wurzeln, welches in der heutigen Zeit hauptsächlich unter den Bezeichnungen Maifeiertag oder Tanz in den Mai bekannt ist. Die Walpurgisnacht lässt sich, der Mythologie nach, auf vorchristliche Feierlichkeiten im Harz zurückführen, wobei die eigentliche Namensgebung erst wesentlich später stattfand.

Die Walpurgisnacht leitet sich vom Namen Walburga (in einigen Schriften auch Walpurga), einer englischen Äbtissin ab. Sie lebte von 710 bis 779, wuchs, bedingt durch Pilgerreisen ihres Vaters, in einem Kloster auf und wurde dort zur vollkommenen Keuschheit und einem Leben nur für Gott erzogen.

In Deutschland suchte man nach der Errichtung neuer Klöster Vorbilder für ein heiliges, jungfräuliches Leben, um junge Menschen für die Einrichtungen zu gewinnen. Dabei wandte man sich auch an das Kloster in England und bat um Unterstützung. Die Frauen, unter denen sich auch Walburga befand, reisten daraufhin in ein Kloster nach Thüringen. Dort blieb Walburga bis zum Jahre 754, wobei sie sich zu einem großen Vorbild entwickelte. Dann ereilte sie der Ruf ihres Bruders, der in Heidenheim ein Kloster gegründet hatte und seine Schwester um Mithilfe bat. Unter der Leitung des Bruders wuchs das Kloster zu einer Institution heran, Walburga fungierte dabei als Lehrerin junger Menschen, die ebenfalls in Keuschheit leben wollten. Im Jahre 761 verstarb der Bruder, wodurch Walburga die Leitung des Männer- und des Frauenklosters übernehmen musste. Beide leitete sie, von allen Seiten hoch anerkannt, bis zu ihrem Tode im Jahre 779. Später wurde Walburga durch Papst Hadrian II. heilig gesprochen, weshalb der 30. April als ihr Namenstag gilt.

Obwohl zwischen der Äbtissin und der eigentlichen Bedeutung der Walpurgisnacht keine wirkliche Beziehung besteht, kann die Bezeichnung für die Nacht auf die Kirche selbst zurückgeführt werden. Der Ursprung des Festes liegt lange vor Walburgas Zeit, wo die Ureinwohner im Harz am 1. Mai Opferfeste und heidnische Rituale feierten, die der Vertreibung böser Geister und der Begrüßung des Frühlings dienten. Dazu wurden Masken und Verkleidungen genutzt, große Feuerscheite angezündet, um die und durch die getanzt wurde, sowie Schüsse in die Luft abgegeben. Weise Frauen, die als Hagazussen bezeichnet wurden, gaben in dieser Nacht Auskunft über die Zukunft. Aus dem Wort Hagazussen leitete sich später vermutlich die Bezeichnung Hexe ab.

Das nicht nur hierzulande unter dem Begriff Beltane bekannte Fest zum Frühlingserwachen (wird z.B. auch in Schottland und Irland gefeiert) war der Kirche ein Dorn im Auge. Im Zuge der Christianisierung wurde das Gerücht verbreitet, dass sich allein Hexen im Bündnis mit dem Teufel in der Nacht zum 1. Mai auf fliegenden Gerätschaften wie z.B. Besen oder Mistgabeln an Plätzen versammelten, um ausgelassen zu feiern. Dabei suchten sich diese Blöcke (alte Bezeichnung für Felsen, Blocksberg), um auf ihnen große Feuer zu errichten. Sie würden im Kreis um diese tanzen und sich durch verschiedene Mittel berauschen. Abschließend würde jede Hexe mit dem Teufel vermählt, der diese dann mit dem Hexenmal kennzeichne und ihr die Gabe der Hexerei verliehe. Als besonders mystische Stätte galt dabei der Brocken im Harz.

Den Bürgern drohte man bei Beteiligung an diesem Fest hohe Strafen an wie z.B. die Ernennung zur Hexe und die Verbannung aus der Gemeinde wegen Verbrüderung mit dem Teufel. Die Häuser dieser Geächteten wurden durch Kreidemale gekennzeichnet. Im Zuge dessen wurde die heilige Walburga von der Kirche als Schutzpatronin der Bäuerinnen und Mägde ausgerufen, die vor Hexen und bösen Geistern bewahren sollte. So erhielt der Abend vor dem 1. Mai die Bezeichnung Walpurgisnacht.

Die noch heute üblichen Rituale und Festlichkeiten zum 1. Mai sind auf Schriften von Goethes Faust aus dem 19. Jahrhundert zurückzuführen. Auch das Schlagen des Maibaums wird diesem Mythos zugeordnet. Dabei gilt der Baum als Symbol für Fruchtbarkeit, das Schlagen erfolgt in der Nacht des 30. April, das Aufstellen am 1. Mai.

Zum Schutze vor den Hexen entwickelten sich einige Bräuche, die auch heute teilweise noch umgesetzt werden. So zum Beispiel das Läuten von Kirchenglocken in der letzten Aprilnacht, wodurch Hexen unschädlich gemacht werden sollen. Der Abwehr von Hexen dienen daneben auch geweihtes Salz auf Türschwellen, ein mit der Kehrfläche zum Himmel zeigender Besen, Kreidezeichnungen an der Häuserwand, das Knallen von Peitschen durch junge Männer, aufgehängte Misteln und Disteln sowie das Verbrennen von getrocknetem Lerchensporn.

Durch die ungebrochene Beliebtheit der Walpurgisnacht bietet der Harz jedes Jahr an verschiedenen Schauplätzen (vor allem aber am Brocken selbst) Feste und Feierlichkeiten an, die traditionelle Darbietungen mit modernen, volksfestähnlichen Komponenten verbinden. Dabei finden sich unter den Teilnehmern auch viele als Hexen und Teufel verkleidete Menschen.






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