Der Reformationstag, welcher am 31. Oktober gefeiert wird, also einen Tag vor
Allerheiligen zählt zu den Feiertagen der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde.
Den Anfang setzte Martin Luther, als er am 31. Oktober 1517 seine Thesen an seine
Lehrer verschickt hat, in welchen er die Praxis des Ablasshandels anprangerte
und zur Behebung der Missstände aufrufen wollte und so in gewisser Weise
die Reformation in Gang gesetzt hat, durch welche viele Menschen heute zur evangelisch-lutherischen
Kirchengemeinde gehören.
Doch im eigentlichen Sinne wird der Reformationstag gefeiert, um die Legende aufrecht
zu erhalten, dass Martin Luther seine 95 Thesen zum Ablass mit lauten und schallenden
Hammerschlägen, welche durch ganz Europa hallten, an die Schlosskirche in
Wittenberg dies ist zwar geschichtlich nicht definitiv gesichert, jedoch hatten
die Thesen von Luther eine so starke Wirkung auf die Menschen, dass sie bis heute
seine Taten nicht vergessen haben und deshalb auch den 31. Oktober feiern. Das
Bild von Luther, wie er mit dem Hammer die Thesen an die Kirche schlug ging um
die Welt und wurde zum Symbol der Reformation.
So war es ein Schock für viele Menschen, als der katholische Lutherforscher
Erwin Iserloh 1961 behauptete, der Thesenanschlag hätte so nicht stattgefunden,
da Luther mit einer solchen Tat die Vorgesetzten der Kirche stark provoziert hätte
und das läge nicht in der Natur Luthers, da dieser Missstände vermeiden
und nicht hervorrufen wollte.
Das wichtigste aber bleiben die Thesen Luthers, welche die Menschen überzeugt
haben.
Der Reformationstag zählt in vielen Bundesländern zwar nicht zu den
staatlichen Feiertagen, jedoch finden in vielen Gemeinden Gottesdienste statt,
welche die Gläubigen in Gedenken an Martin Luther zusammenbringen, um sich
an die Motive Luthers und ihren eigenen christlichen Ursprung zu erinnern.
Martin Luther, welcher ein Augustinermöch war, wollte die Kirche zur neu
besinnen und sie so zu ihrem eigentlichen Ursprung zurückführen, nämlich
zu der Botschaft des Neuen Testaments. Für Luther war es unbeschreiblich
wichtig im Namen Gottes zu predigen und das Wort Gottes zu verbreiten und das
in seiner Landessprache, doch die mittelalterliche Kirche unter der Leitung des
Papstes wollte einer Reform nicht zustimmen und so kam es zunächst zu der
Kirchenspaltung in römisch-katholiche und evangelisch-lutherische Kirche.
Diese Spaltung lag nicht im Interesse Luthers, da es auch nicht im Interesse Gottes
sein konnte, da Gott die Menschen in einer Gemeinschaft will und nicht als zwei
gespaltene Mächte.
Doch der Prozess ließ sich nicht mehr stoppen und so ernannte Johann Georg
der Zweite 1667 den Tag des Thesenanschlages zum Reformationstag und legte ihn
auf den 31. Oktober.
Doch bevor es zu diesem Tag als dem offiziellen Reformationstag kam wurde der
Thesenanschlag zuvor an Martin Luthers Geburtstag also dem 10. November und an
seinem Todestag dem 18. Februar, sowie am 25. Juni, dem Tag der Übergabe der
Confessio Augustana gefeiert.