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Mai 2015
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Mai 2016
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Der 1. Mai - Überlieferung und Ursprünge

Der 1. Mai ist in Deutschland einer der wichtigsten politischen Feiertage. Im Allgemeinen wird dieser Feiertag als Tag der Arbeit oder als Tag der Arbeiterbewegung verstanden. Er wird verbunden mit dem Streben der Arbeiterschaft für mehr Rechte seit den Zeiten des so genannten Manchesterkapitalismus. Für die meisten Menschen in Mitteleuropa ist die eigentliche Bedeutung jedoch in einer Zeit des Wohlstandes und der vermeintlichen Sicherheit in den Hintergrund getreten. Die Bedeutung rückt schlaglichtartig wieder temporär in das Bewusstsein durch die mediale Berichterstattung über Ausschreitungen bei den Maifeiern in den Problembezirken der Großstädte. Die Ursprünge des Maifeiertages jedoch weisen wie so viele andere Feiertage in tiefere Urgründe längst vergangener Epochen. Das es irgendwie mit dem jahreszeitlichen Wechselmythos zu tun hat, lässt sich unschwer erahnen.

Im römischen Festkalender der Republik hatte der Bauernkalender einen festen Platz. Für den 3. Mai ist bei den Römern das Fest der Floralia bezeugt. Im Rahmen der Frühjahrsfeste des Bauernkalenders wurde für jede Aussaat die entsprechende Gottheit angerufen. Bei dem Fest der Floralia handelte es sich um die allgemeine Bitte nach Saatenblüte an die Göttin Flora. Die Menschen schmückten sich an diesem Tag für die Göttin der Blumen, Blüten und der Jugend. Auf antiken künstlerischen Darstellungen ist die Göttin Flora häufig als blühende, blumengeschmückte Jungfrau sichtbar. Für die vermutlich aus sabinischem Ursprung entstammende Flora ist es bezeugt, dass sie einen eigenen Flamen hatte, was darauf deutet, dass es sich um einen sehr alter Bauernkultus handelt, der sich sehr lange erhalten hat. Diese römischen Sonderpriester einer bestimmten Gottheit sollen in der Frühzeit Roms eingesetzt worden sein, von der nur mythische Überlieferungen vorhanden sind. Bemerkenswerterweise kannte man im Rom der Kaiserzeit von den 12 kleineren Flamines nicht einmal mehr die dazugehörigen Götter. Das Fest der Floralia ist leider nur in den Fasti Venusini in die Gegenwart überliefert. Die Fasti Venusini sind von römischen Oberpriestern überlieferte Einteilungen der Tage des Jahres in Tage mit und ohne Rechtsprechung, die vermutlich um 1470 im apulischen Venusia gefunden worden und uns als Abschrift erhalten geblieben sind. Das Fest wurde als Volksfest begangen und die Göttin Flora hatte seit dem Jahr 238 v. Chr. einen ihr geweihten Tempel, der in der Nähe des Circus Maximus gelegen war. Nicht zufällig ist der Name des Monats Mai auch aus dem Römischen entlehnt. Er geht zurück auf den Begriff Maius, der als lateinische Monatsbezeichnung an einen gleichnamigen altitalischen Gott erinnert, der als Beschützer des Wachstums verehrt wurde.

So wie bei allen naturverbundenen heidnischen Religionen in Europa waren die Gebräuche in etwa ähnlich. Die verschiedenen Götter im Pantheon eines Volkes konnten problemlos ersetzt bzw. ausgetauscht werden, da sich häufig nur die Namen von Kultur zu Kultur unterschieden, die Attribute der Gottheiten jedoch ähnlich blieben. Die Sitten und Gebräuche der Germanen als Vorläufer der Mitteleuropäer passten sich im Laufe der Zeit gerade an seiner Peripherie im Westen des freien Germaniens an die römischen an, um vollends im universalen Frankenreich seit Chlodwig I. über Karl dem Großen mit römischem Brauchtum zu verschmelzen.

Außerrömische und für den deutschen Raum bedeutsame germanische Traditionen sind aus der vorwiegend römischen Überlieferung schlecht zu rekonstruieren, die noch vorhandenen Maibräuche deuten auf eine Traditionslinie in eine sehr frühe Zeit.

Der 1. Mai ist durch seine Verbindung mit dem gefühlten Sommeranfang durch die unterschiedlichsten Gebräuche verbunden. In manchen Gegenden war es Brauch, durch ein Maiansingen den Mai, d.h. den Sommer einzuholen. Lieder, wie ‚Der Mai ist gekommen' begleiten die Festlichkeiten:

Der Mai ist gekommen

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus,
da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus!
Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,
so steht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt.

Herr Vater, Frau Mutter, dass Gott euch behüt'!
Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht?
Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert,
es gibt so manchen Wein, den nimmer ich probiert.

Frisch auf drum, frisch auf drum im hellen Sonnenstrahl,
wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal!
Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all;
mein Herz ist wie 'ne Lerche und stimmet ein mit Schall.

O Wandern, o Wandern, du freie Burschenlust!
Da weht Gottes Odem so frisch mir in die Brust;
da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt:
Wie bist du so schön, o du weite, weite Welt.

Tänze und öffentliche Spiele sollten den Sommer und die natürliche Fruchtbarkeit, und damit die Wiederkehr des Lichtes, begrüßen. In diesen Bräuchen deutet vieles auf vorchristliche heidnische Ursprünge hin, in denen die Menschen mehr an Naturerscheinungen das Wesen der göttlichen Allnatur auszumachen suchten. Vor allem im Süden Deutschlands wird bis in die heutige Zeit eine Tradition von Generation zu Generation weitergegeben. Es ist die Errichtung des Maibaumes. Spätestens im 16. Jahrhundert muss dieser Brauch aufgekommen sein. Auch wenn seine Wurzeln sicher tief in der Vergangenheit wurzeln, so ist die genaue Kenntnis nur der mangelnden Überlieferung geschuldet. In Oberbayern werden die Maibäume in den Ortschaften mit den Zunftzeichen der Handwerker, mit Kränzen, bunten Bändern, Wimpeln und Fahnen sowie Figuren geschmückt. Viele andere regional herausgebildete Details ergänzen das Gesamtbild des Maibaumes, der als schlanker Stamm entweder geschält, ab und zu auch bemalt, oder natur belassen den Marktplatz schmückt. Hier wechselt sich ein natürlicher Wipfel mit einer Krone ab. Das Maibaumaufstellen löst je nach örtlicher Tradition ein Tanzen und Feiern der örtlichen Bürgerschaften aus.

Der 1. Mai ist zwar kein christlicher Feiertag, aber er lässt sich doch in gewissem Sinne mit der modernen Interpretation verbinden, denn es ist der Tag Josephs, des Arbeiters. Das Christentum der Spätantike und des Mittelalters hat allerdings keine Anstalten gemacht, das heidnische Brauchtum für sich zu vereinnahmen, auch wenn der Monat Mai der Monat der Marienverehrung wurde. Der Monat Mai bleibt als der Wonnemonat im Gedächtnis der sich abfolgenden Kulturen seit dem Altertum, der sich begrifflich auf ältere Ursprünge zurückführen lässt. Erst seit dem Jahr 1889 bekommt dieser Tag seine für uns am meisten bekannte Bedeutung. Die Arbeit tritt aus dem Abseits des politischen Bewusstseins in das Zentrum der Betrachtung, die politischen Zwänge überlagern nun das kultische naturhafte Element des Maianfanges. Die enormen Gegensätze zwischen den von Marx benannten Klassen beschleunigen die Bewusstseinsbildung innerhalb der Bevölkerungsschichten und damit auch die Gewichtung bei der Beurteilung des 1. Mai.


Literatur:
Angelika Feilhauer: Feste feiern in Deutschland. Ein Führer zu alten und neuen Volksfesten und Bräuchen, Zürich 2000, S. 108-110
Angelika und Ingemar König: Der römische Festkalender der Republik, Stuttgart 1991, S. 40-44 u. 60
Johannes Thiele (Hrsg.), Das große Hausbuch. Brauchtum. Fest und Freude in der christlichen Familie, Stuttgart 1991, S. 134-135