Ostermontag gehört zum Osterfest.
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Ostermontag
Neben dem ereignisreichen Sonntag, dem er folgt, nämlich dem Tage der Auferstehung
Christi, ist der Ostermontag heute vor allem bekannt als gesetzlicher Feiertag.
Eingeführt wurde er, um den werktätigen Christen zumindest an einem
Arbeitstag der achttägigen Oktavwoche an Ostern, von der jeder einzelne Tag
ein kirchliches Hochfest ist, den Besuch eines Festgottesdienstes zu ermöglichen.
Dementsprechend ist dieser Tag beliebt, denn die Erwachsenen haben überwiegend
frei und die Kinder müssen nicht in die Schule. Weniger bekannt, jedoch
nicht weniger interessant, sind die Ereignisse dieses Montags in und um Jerusalem.
Während sich die Apostel noch versammeln und über das weitere Vorgehen
beraten, brechen zwei Jünger Jesu, der Überlieferung nach möglicherweise
Lukas und Kleophas, von Jerusalem auf zu ihrem Heimatort Emmaus. Sie hatten
von ihrem Messias die Befreiung von allem Joch erhofft und mussten mit ansehen,
wie der, an den sie geglaubt hatten, zu Tode gekreuzigt wurde. Sie sind enttäuscht
und niedergeschlagen und haben sich von der Gruppe der Jünger um Christus
abgewandt.
Unterwegs treffen Sie einen Mann. Sie sprechen mit ihm (heute würde man
wohl diskutieren sagen) und er legt ihnen die Schriften des Alten Testaments
aus. Sie gehen in ein Gasthaus und essen zu Abend. Und während sie gemeinsam
das Brot miteinander brechen, gab Jesus sich ihnen zu erkennen, indem er ihnen
die Augen öffnet. Anschließend verschwindet er vor ihren Augen.
Unverzüglich kehren die beiden Jünger, obwohl der Tag sich bereits
dem Ende zuneigt und der Weg noch weit ist, zurück nach Jerusalem, um wieder
zu den übrigen Jüngern zu stoßen und ihnen sowie den dort noch
immer beratschlagenden Aposteln von ihrer Erfahrung zu berichten. Als sie dort
ankommen, finden sie Jesus zu ihrer Freude bereits unter ihn vor. Er öffnet
ihre Herzen, sät Freude und Zuversicht unter ihnen, richtet die Gefallenen
auf und überzeugt die Zweifler.
Unterdessen versucht die römische Obrigkeit, das Geschehen zu vertuschen,
indem die Wächter bestochen und zu Falschaussagen angestiftet werden. Allerdings
ohne Erfolg, denn hätten sie den gehabt, wüssten wir heute nichts
von dieser Geschichte - und so können wir auch im dritten Jahrtausend noch
Ostern begehen.
Für den Ostermontag haben sich neben den üblichen Messen lokale Bräuche
entwickelt wie etwa der Emmausgang in Erinnerung an die beiden Jünger oder
der Feldumgang, bei dem die Bauern, meist in Begleitung aller Haus- und Hofbewohner,
das Feld mit der Wintersaat umrunden und dabei einen Rosenkranz beten.
Verbreiteter sind natürlich die in zahlreichen Städten und Gemeinden
angebotenen Ostermärkte, es gibt aber auch besondere Veranstaltungen, die
sich nur in bestimmten Orten oder Regionen geschichtlich bedingt entwickelt
haben.
Dazu zählt zum Beispiel der Georgiritt von Traunstein, bei dem historisch
geschmückte Pferde und Wagen nebst Musikkapellen in einem bunten Zug zur
Ettendorfer Kirche ziehen. Beim Schwertertanz auf dem historischen Stadtplatz
vertreiben Tänzer im Laufe dieses Zuges in einem symbolischen Kampf den
Winter.
Andere finden Freude am Schönecker Eierlauf, der seit dem 16. Jahrhundert
überliefert ist und alljährlich am Ostermontag unter historischer
Kulisse ausgetragen wird. Hierbei muss ein sogenannter Raffer auf einer festgelegten
Strecke insgesamt 104 Eier aufsammeln und einzeln zu einem Korb tragen. Gleichzeitig
läuft sein Mitstreiter, der Läufer, eine Strecke von zusammen 7,6
Kilometer in den Nachbarort Seiwerath und zurück. Sieger ist, wer zuerst
am Ziel ankommt. Wenn das keine Gaudi ist!