Pfingstsonntag in Deutschland

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15. Mai
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Pfingstsonntag
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04. Juni
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Pfingstsonntag
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20. Mai
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Pfingstsonntag
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09. Juni
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Pfingstsonntag
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31. Mai
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Pfingstsonntag
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23. Mai
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Pfingstsonntag
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05. Juni
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Pfingstsonntag
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Pfingstsonntag 2017
Juni 2017
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Feiertage vor und nach Pfingstsonntag 2018 Deutschland

Tag der Arbeit01.05.2018
Christi Himmelfahrt10.05.2018
Muttertag13.05.2018
Pfingstsonntag20.05.2018
Pfingstmontag21.05.2018
Fronleichnam31.05.2018
Sommeranfang meteorologisch01.06.2018

Pfingstsonntag


"Gleich darauff über neün Tag ist der Pfingsttag / da benkt man eyn bültzin vogel oder tauben under das Loch im gewelb / das bedeütt den Heiligen Geyst den Aposteln zû geschickt" Sebastian Frank, 1534

Ähnliche Beschreibungen eines Pfingstbrauches für die Messe während des Pfingstsonntages finden sich bis zur Zeit der Aufklärung und des beginnenden frühneuzeitlichen Rationalismus und Humanismus immer wieder. Der Pfingstbrauch, die Sendung des Heiligen Geistes durch die Herablassung einer Taube zu verdeutlichen, beschrieben unter anderem noch im Jahre 1835 durch den Generalvikar Adalbert Freiherr von Pechmann, diente als weit verbreitetes Mittel zur Veranschaulichung des Pfingstwunders. Eine entsprechend rationalistischere Variante konnte sich erst seit der Aufklärung verbreiten:

"Die Sendungs-Ceremonie kann in der Art statthaben, dass am Pfingstfeste vor dem Nachmittags-Gottesdienste die Figur des hl. Geistes am oder ober dem Tabernakel aufgestellt, jedoch mit einem Velum verhüllt und nach abgesungener Non nach dreimaliger Anstimmung des -Veni sancte Spiritus- durch Wegnahme des Velums enthüllt werde."

Pfingsten und insbesondere dem Pfingstsonntag kommt im christlichen Bereich seit der Spätantike und dem Frühmittelalter schon deshalb ein recht große Bedeutung zu, da seit der Synode von Agde im Jahre 506 als beschlossene Sache galt, dass niemand als Christ gelten konnte, der nicht zu Ostern, zu Pfingsten oder zu Weihnachten die Eucharistie empfangen hatte. Das Abendmahl (auch Eucharistie, Herrenmahl, Altarsakrament, Brotbrechen oder Gedächtnismahl genannt) ist eine wesentliche feierliche Handlung im Rahmen eines christlichen Gottesdienstes, die an das heilvolle Sterben Jesu Christi erinnert und dieses vergegenwärtigt. Jesus von Nazareth wird auf diese Weise immer wieder präsent in dem Sinne, dass der Empfänger der Eucharistie eins wird mit der Idee Jesu:

Jesus Christus
gestern und heute
und derselbe auch in Ewigkeit.

Die Synode von Agde selbst fand vergleichsweise zu einer Zeit statt, als der Merowinger Chlodwig I. die Grundlage des heutigen Mitteleuropas durch die erstmalige Zusammenschmiedung des Frankenreiches legte. Hier wird deutlich, dass der Kirche schon in so früher Zeit wichtig war, Pfingsten in nicht weniger festlicher Weise zu begehen als die anderen beiden großen Kirchenfeste des Jahres. Als christliches Fest begegnet es allerdings schon seit dem Jahre 130, einhundert Jahre nach dem Konzil von Nicäa (325), auf dem die Dreieinigkeit zum Dogma erhoben und der Osterfeststreit beendet wurde. Pfingsten und der besonders der Pfingstsonntag wurde als Hochfest in seiner hohen Bedeutung manifestiert. Das Konzil von Ephesos wurde von Kaiser Theodosius II. bewusst zu Pfingsten 431 einberufen, der Bezug zur Öffentlichkeit wie zu Zeiten der Jünger Jesu tritt hier deutlich hervor, da die intensiven christologischen Auseinandersetzungen dieser Zeit gelöst werden sollten. Als Ergebnis des Konzils stand die Abspaltung der Nestorianer von der orthodoxen Kirche fest.
Der Zug in die Öffentlichkeit zeigte sich in allerlei Festbräuchen, die sich neben dem sakralen Bereich auch im säkularisierten Raum in Deutschland bis ins Zwanzigste Jahrhundert hielten. Neben den noch religiösen Freiburger Pfingstspielen, an denen bis in die Frühe Neuzeit die Darstellung des Heilsgeschehens bis zum Jüngsten Gericht im Zentrum stand, über die Reiterprozezessionen, von denen hier unter anderen der Weingartener Blutritt und der Kötzinger Pfingstritt erwähnt werden sollen, bis hin zu den Heerschauen der waffenfähigen Männer fanden auch die regionalen öffentlichen Hofhaltungen der entsprechenden Fürsten- und Königshäuser ihren festen Platz am Pfingstsonntag. Während ursprünglich der 01. Mai als der Tag der Heerschau und Hofhaltung galt, so wurden die Festlichkeiten im Laufe der Frühen Neuzeit auf Pfingsten verschoben.
Die Hofhaltung und die Heerschau wird literarisch ganz anschaulich in Johann Wolfgang von Goethes 1794 erschienenen ‚Reinecke Fuchs' dem Leser präsentiert und verbindet sich mit kultischer und historischer Überlieferung:

"Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen, es grünten und blühten
Eld und Wald; auf Hügeln und Höhn, in Büschen und Hecken.
Übten ein fröhliches Lied die neuermunterten Vögel;
jede Wiese sprosste von Blumen in duftenden Gründen,
Festlich heiter glänzte der Himmel und farbig die Erde.

Nobel, der König, versammelt den Hof; und seine Vasallen
Eilen gerufen herbei mit großem Gepränge; da kommen
Viele stolze Gesellen von allen Seiten und Enden,

Lütke, der Kranich, und Markart, der Häher, und alle die Besten.
Denn der König gedenkt mit allen seinen Baronen
Hof zu halten in Feier und Pracht; er lässt sie berufen
Alle miteinander, so gut die Großen als Kleinen.
Niemand sollte fehlen!"

In der heutigen Zeit ist in der säkularisierten Welt das Wissen um die Bedeutung von Pfingsten im Allgemeinen und des Pfingstsonntages im Besonderen als Abschluss der Osterzeit mehr oder weniger abhanden gekommen. Die Pfingstbräuche haben sich in lokalhistorischen Ereignissen herausgeformt und die Zeiten überdauert. Die klimatische Wende zum frühlingshaften Sommer während der Pfingstzeit hält die Menschen in dieser Jahreszeit immer noch in ihrem Bann. In Thüringen ranken sich bis in die jüngste Zeit viele Bräuche der Pfingstzeit um den Maibaum, der zu Pfingsten auf dem Marktplatz errichtet wird. Die Redewendung ‚geschmückt sein wie ein Pfingstochse', der sich auf zu reichlich heraus geschmückte und geschminkte Menschen bezieht, geht zurück auf den Brauch, die Weidetiere mit Blumensträußen zu bekränzen, wenn man sie im ersten Auftrieb auf die Pfingstweide trieb.
Der Pfingstsonntag als der Fünfzigste Tag (pentecoste, aus dem Griechischen) nach Ostern fällt nach gängiger Praxis seit der Spätantike immer auf einen Termin zwischen dem 10. Mai und 13. Juni.



Literatur:
Andrea Knoche: Traditionelle Bräuche und Feste im Jahreslauf, Schriften des Museums für Thüringer Volkskunde, Volkskunde Populär, Bd. 1, hrsg. v. Marina Moritz (Erfurt 1996)
Dietz-Rüdiger Moser: Bräuche und Feste im christlichen Jahreslauf (Graz 1993)
Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaften (Tübingen 2003), H. D. Betz u. a. (Hrsg.), 4. Auflage, Band 1, S. 1242 f.