Gründonnerstag gehört zum Osterfest.
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Gründonnerstag - die Farbe des Vorabends
Den fünften Tag der Karwoche bezeichnen wir als Gründonnerstag. Es
handelt sich dabei um einen Feiertag von nicht geringem Rang, denn wir sprechen
hier von dem Tag vor Karfreitag: An diesem Vorabend seiner Kreuzigung zelebrierte
Jesus von Nazareth mit seinen Jüngern der Überlieferung zufolge das
Letzte Abendmahl.
Er begründete damit die Eucharistie, indem er das Brot brach und mit den
Teilnehmern des Mahles teilte sowie mit Ihnen Wein aus einem gemeinsamen Kelch
trank. Dazu sprach er die Worte: „Nehmet, denn dies ist mein Leib und
dies ist mein Blut. Sooft ihr solches esst und trinkt, tut es zu meinem Gedächtnis“.
Der Gründonnerstag leitet das drei Tage andauernde Gedenken an das Leid,
den Tod, die Totenruhe und abschließend die Auferstehung Christi ein,
im Lateinischen Triduum Sacrum genannt. Diese Zeit beginnt mit dem liturgischen
Abendgebet, der Vesper, am Gründonnerstag und geht zu Ende wiederum mit
der zweiten Vesper am Ostersonntag.
Weshalb aber heißt dieser Tag im deutschsprachigen Raum so? Zur Herkunft
des Namens gibt es eine Anzahl von Theorien, welche sich nicht zwangsläufig
gegenseitig ausschließen. Weit verbreitet ist beispielsweise die Annahme,
er leite sich vom lateinischen „Virides“ ab, was so viel wie „Die
Grünen“ bedeutet. Seinen Ursprung hat dies in der Tradition der Büßer,
die sich am „Antlastag“, also am Tage des Bußerlasses der
Kirche, in übertragenem Sinne von dürrem Holz zurückverwandelten
in grünes.
Andere glauben, der Name bezieht sich darauf, dass gläubige Christen an
Gründonnerstag vermehrt grünes Gemüse verzehrten, was plausibel
klingt sowohl im Hinblick auf die Fastenregeln der Karwoche als auch auf diverse
weitere, abergläubische Vorstellungen jener Zeit.
Ebenso gängig ist die These einer Herleitung von der liturgischen Farbe
Grün. Zwar sieht der gängige Farbkanon für diesen Tag seit Einführung
des Römischen Ritus in der Spätantike die Farbe Weiß vor, es
sind jedoch regionale Abweichungen denkbar, die zum heutigen Namen führten.
Gleich jedoch, welcher Vermutung man den Vorzug gibt: Der genaue Grund verliert
sich im Dunst der Geschichte - vermutlich ist es richtig, eine Kombination mehrerer
Möglichkeiten anzunehmen.
Der Gründonnerstag wird in der protestantischen Kirche mit einem häufig
besonders gestalteten Abendmahlsgottesdienst begangen.
Die Römisch-katholische Kirche zelebriert diesen Tag ebenfalls mit dem
Gedenken des letzten Abendmahles und der Einsetzung des Altarsakramentes in
der Heiligen Messe. Die bei diesem Abendmahl gewandelten Hostien werden den
Gläubigen am folgenden Karfreitag in der Kommunion dargereicht, weil an
diesem Tage traditionell keine Eucharistiefeier erlaubt ist.
Daran schließt sich eine schlicht gehaltene Prozession an, bei der das
Allerheiligste entweder zu einer Kapelle oder zu einem Seitenaltar gebracht
wird. Sie dient zur Erinnerung an den einsamen Gang Jesu zum Ölberg, wo
er in böser Vorahnung des Kommenden betete und schließlich durch
die Römer verhaftet wurde.
Nach dem Verklingen des Glorias, bei welchem alle Glocken läuten, schweigen
diese nun bis zum Ostersonntag. Von allen Altären mit Ausnahme desjenigen,
auf dem die Eucharistie steht, werden nach Ende des Gottesdienstes alle schmückenden
Accessoires entfernt, denn auch Jesus wurden die Kleider vom Leibe gerissen.
Traditionell wird im Anschluss daran, meist vor dem Altar und manchmal die
Nacht hindurch, Gebetswache gehalten. Zusätzlich wird in den Gemeinden
gemäß der Überlieferung die rituelle Fußwaschung nach
dem Vorbilde Christus vorgenommen, um den Dienstcharakter des Kirchenamtes hervorzuheben.
Viele Möglichkeiten also, das Angedenken an den Mann zu erneuern, der
für seinen Glauben starb und den Menschen Erlösung verhieß.